Incoterms® 2020 für Luftfracht
Für Luftfracht eignen sich die sieben transportartunabhängigen Klauseln der Incoterms® 2020: EXW, FCA, CPT, CIP, DAP, DPU und DDP. FAS, FOB, CFR und CIF sind ausschließlich für See- und Binnenschiffstransporte vorgesehen und dürfen für Luftfracht nicht als passende ICC-Klauseln verwendet werden.
Die sieben geeigneten Klauseln für Luftfracht
Transportkosten und Transportrisiko liegen nicht immer bei derselben Partei. Diese praktischen Zusammenfassungen ersetzen nicht die ICC-Regeln; vereinbaren Sie stets den genauen Ort und die Fassung 2020.
EXW
Der Käufer organisiert den Transport. Die Gefahr geht über, sobald die Ware am vereinbarten Ort bereitsteht — noch vor der Verladung auf das Abholfahrzeug. Auch die Ausfuhrabfertigung liegt beim Käufer. Eine Transportversicherung ist nicht vorgeschrieben; der Käufer sollte seinen Schutz ab diesem frühen Übergabepunkt klären.
Quelle: ICC Digital Library — Incoterms® 2020, any-mode rules (A2–A5, A7, A9)
FCA
Der Käufer beauftragt den Haupttransport. Beim Verkäufer erfolgt der Gefahrübergang nach Verladung auf das Abholfahrzeug; an einem anderen vereinbarten Ort steht die Ware auf dem Fahrzeug des Verkäufers zur Entladung und Übernahme bereit. Der Verkäufer erledigt die Ausfuhr. Eine Versicherung ist nicht vorgeschrieben; der Käufer sollte die Deckung ab Übergabe klären.
Quelle: ICC Digital Library — Incoterms® 2020, any-mode rules (A2–A5, A7, A9)
CPT
Der Verkäufer organisiert und bezahlt den Transport bis zum benannten Ziel. Die Gefahr geht jedoch bereits bei Übergabe an den Frachtführer über — bei mehreren Frachtführern grundsätzlich an den ersten, sofern kein anderer Übergabepunkt vereinbart ist. Eine Transportversicherung muss der Verkäufer nicht abschließen; der Käufer sollte seine Deckung ab Gefahrübergang klären.
Quelle: ICC Digital Library — Incoterms® 2020, any-mode rules (A2–A5, A7, A9)
CIP
Wie bei CPT bezahlt der Verkäufer den Transport bis zum benannten Ziel, während die Gefahr schon bei Übergabe an den Frachtführer übergeht. Zusätzlich beschafft der Verkäufer Versicherungsschutz für das Risiko des Käufers. Vorgesehen ist grundsätzlich Deckung nach Institute Cargo Clauses (A) oder vergleichbar, sofern die Parteien nichts anderes vereinbaren. Ausschlüsse und Eignung für die Ware prüfen.
Quelle: ICC Digital Library — Incoterms® 2020, any-mode rules (A2–A5, A7, A9)
DAP
Der Verkäufer organisiert den Transport und trägt die Gefahr bis zum benannten Ziel, wo die Ware auf dem ankommenden Fahrzeug zur Entladung bereitsteht. Der Käufer übernimmt Entladung und Einfuhrabfertigung. Eine Transportversicherung ist nicht vorgeschrieben; der Verkäufer sollte seine Deckung bis zur Übergabe klären.
Quelle: ICC Digital Library — Incoterms® 2020, any-mode rules (A2–A5, A7, A9)
DPU
Der Verkäufer organisiert den Transport und die Entladung am vereinbarten Ziel. Erst nach dem Entladen geht die Gefahr auf den Käufer über; die Einfuhrabfertigung bleibt beim Käufer. Eine Versicherung ist nicht vorgeschrieben. Der Verkäufer sollte auch das Entladerisiko in seiner Deckung berücksichtigen.
Quelle: ICC Digital Library — Incoterms® 2020, any-mode rules (A2–A5, A7, A9)
DDP
Der Verkäufer organisiert den Transport einschließlich Einfuhrabfertigung und trägt die vereinbarten Einfuhrabgaben und Steuern. Die Gefahr geht am benannten Ziel über, wenn die Ware auf dem ankommenden Fahrzeug zur Entladung bereitsteht. Der Käufer entlädt. Eine Versicherung ist nicht vorgeschrieben; der Verkäufer sollte seine Deckung bis zur Übergabe klären.
Quelle: ICC Digital Library — Incoterms® 2020, any-mode rules (A2–A5, A7, A9)
Warum FOB, CIF, CFR und FAS bei Luftfracht nicht passen
FOB, CFR und CIF knüpfen die Lieferung und den Gefahrübergang an die Verladung an Bord eines Schiffes. FAS setzt dagegen die Bereitstellung längsseits eines Schiffes voraus. Keine dieser Übergaben beschreibt eine Luftfrachtsendung — auch dann nicht, wenn im Auftrag umgangssprachlich „FOB Flughafen“ steht.
Vereinbaren Sie stattdessen eine transportartunabhängige Klausel und einen präzisen Übergabepunkt. Unpassende Begriffe können im Schadensfall Streit darüber auslösen, wer das Risiko trug und wessen Versicherung gefragt ist. Das ist ein praktischer Prüfhinweis, keine Aussage darüber, wie ein konkreter Versicherer entscheidet.
Quelle: ICC Digital Library — Incoterms® 2020, sea and inland waterway rules
FCA ist bei Luftfracht oft die passende Wahl
Wenn der Käufer den Haupttransport beschaffen soll, passt FCA zur Übergabe an seinen benannten Frachtführer oder eine andere benannte Person. Als Übergabeort kommen etwa der Spediteur oder ein Flughafenterminal infrage. Entscheidend ist nicht das Kürzel allein, sondern der genau vereinbarte Ort und Übergabezustand.
Unsere Empfehlung: FCA prüfen, wenn Sie die Luftfracht selbst organisieren möchten. Soll der Verkäufer den Transport bezahlen, sind CPT oder CIP die näherliegenden Alternativen. Eine pauschal richtige Klausel für jede Sendung gibt es nicht; auch Zollzuständigkeit, Entladung und Versicherung müssen zum Geschäft passen.
Quelle: ICC Digital Library — Incoterms® 2020, any-mode rules (A2–A5, A7, A9)
Was bei einem Vollcharter anders ist
Bei einem Vollcharter beschaffen Sie ein Flugzeug für den vereinbarten Einsatz statt Platz auf einem Linienflug. Bei CPT oder CIP kann der vom Verkäufer zu bezahlende Haupttransport deshalb die vereinbarte Charterkapazität umfassen. Der frühe Gefahrübergang an den Frachtführer wird dadurch nicht automatisch bis zum Zielflughafen verschoben.
CCN-Planungsempfehlung: Positionierungsflüge, Standzeiten und Abfertigung an beiden Enden ausdrücklich im Leistungsumfang und Preis festhalten. Die ICC-Klausel verteilt Kosten zwischen Käufer und Verkäufer; sie ersetzt keine konkrete Chartervereinbarung. Ob diese Leistungen im Transportpreis enthalten sind, muss aus dem vereinbarten Umfang hervorgehen.
Quelle: ICC Digital Library — Incoterms® 2020, any-mode rules (A2–A5, A7, A9)
Quelle: ICC — Incoterms® rules and the contract of carriage

CCN vermittelt — der Frachtführer befördert
CCN ist unabhängiger Vermittler und nicht der ausführende Frachtführer. Trennen Sie deshalb Kaufvertrag, Chartervertrag und Transportversicherung: Die Risikoverteilung zwischen Käufer und Verkäufer ist nicht dasselbe wie die Haftung des ausführenden Unternehmens. Grundlage unserer Rolle sind die CCN-Vermittlungsbedingungen; die ICC ist nicht Quelle für CCNs Unternehmensrolle.
Häufige Fragen zu Incoterms und Luftfracht
Welcher Incoterm gilt bei Luftfracht?
EXW, FCA, CPT, CIP, DAP, DPU und DDP sind transportartunabhängig und für Luftfracht geeignet. FCA passt, wenn der Käufer den Haupttransport organisiert; CPT oder CIP, wenn der Verkäufer ihn bezahlt. Der genaue Übergabeort gehört in die Vereinbarung.
Gilt FOB für Luftfracht?
Nein. FOB gehört zu den Klauseln für See- und Binnenschiffstransport und setzt die Verladung an Bord eines Schiffes voraus. Für eine Übergabe an einen Luftfrachtspediteur prüfen Sie FCA mit einem genau benannten Ort.
Was ist der Unterschied zwischen CPT und CIP?
Bei beiden bezahlt der Verkäufer den Transport bis zum benannten Ziel, während die Gefahr bereits bei Übergabe an den Frachtführer übergeht. CIP verpflichtet ihn zusätzlich, Versicherungsschutz für das Risiko des Käufers zu beschaffen; CPT nicht.
Wer zahlt den Zoll bei DDP?
Der Verkäufer übernimmt nach DDP die Einfuhrabfertigung sowie die Einfuhrabgaben und Steuern. Prüfen Sie vor Vereinbarung, ob er die erforderlichen Formalitäten im Zielland tatsächlich erfüllen kann. Die Ware wird am Ziel zur Entladung durch den Käufer bereitgestellt.
Wer versichert bei CIP?
Der Verkäufer beschafft Transportversicherungsschutz für das Risiko des Käufers. Grundsätzlich gilt Institute Cargo Clauses (A) oder eine vergleichbare Deckung, sofern nicht anders vereinbart. Prüfen Sie die konkrete Police und ihre Ausschlüsse; Versicherungsschutz bedeutet nicht, dass jeder Schaden gedeckt ist.
Quelle: ICC Digital Library — Incoterms® 2020, any-mode rules (A2–A5, A7, A9)
Quelle: ICC Digital Library — Incoterms® 2020, sea and inland waterway rules
Zoll, Versicherung und Luftfrachtbegriffe
Charterbedarf mit klaren Zuständigkeiten anfragen
Nennen Sie Route, Fracht, gewünschte Klausel und Übergabeort. CCN vermittelt die passende Kapazität; die vertraglichen Zuständigkeiten stimmen Sie mit Ihren Handelspartnern ab.
