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Verladeleitfaden

Schwer- und Übergroßfracht in der Luft

Die meisten Schwerlastanfragen scheitern an der Geometrie, nicht am Gewicht. Ein Zwölf-Tonnen-Stück, das durch eine Narrowbody-Tür passt, ist Routine. Ein Vier-Tonnen-Stück, das für die Kontur zu hoch ist, verlangt ein Hauptdeck-Widebody oder Nasenverladung. Dieser Leitfaden zeigt die Prüfreihenfolge des Betreibers.

Kurzantwort

Übergroßfracht ist jedes Einzelstück, das Türöffnung, Hauptdeckkontur oder Bodenbelastungsgrenze eines Frachters überschreitet. Die Flugzeugwahl folgt dem größten Einzelstück, nicht der Gesamttonnage. Geprüft werden drei Punkte: Türmaße, Linien- und Punktlast auf dem Boden sowie der Ladungsträger, der die Masse verteilt.

Erste Prüfung
Größtes Einzelstück, nicht Gesamtgewicht
Kritische Grenzen
Türöffnung, Kontur, Bodenlast
Nasenverladung
B747F, An-124, IL-76
Benötigte Daten
L x B x H, Gewicht, Schwerpunkt
01

Die Türöffnung bestimmt die Auswahl

Fracht geht durch eine feste Öffnung. Passt das Stück in keiner Lage durch die Tür, scheidet das Muster aus, unabhängig von der Nutzlastangabe. Seitliche Frachttüren an Widebody-Frachtern nehmen die breitesten Kisten auf, Nasenverladung erlaubt lange Teile, die keine Seitentür aufnimmt.

Gemessen wird das Stück auf dem Träger, mit dem es fliegt, einschließlich Konsolen, Anschlagpunkten und Verpackung. Betreiber planen mit dem Versandmaß, nicht mit dem Typenschildmaß der Maschine.

MusterLadepositionRichtwert Türöffnung
B737-800BCFVordere Hauptdeck-Seitentürrund 3,4 x 2,2 m
B757FVordere Hauptdeck-Seitentürrund 3,4 x 2,2 m
B767FHauptdeck-Seitentürrund 3,4 x 2,6 m
B777FHauptdeck-Seitentürrund 3,7 x 3,0 m
B747FNasentür und SeitentürNase rund 2,5 m hoch, lange Teile
An-124Bug- und HeckrampeAuf- und Abfahren, Übergroßfracht
Planungsrichtwerte. Die tatsächlichen Maße hängen vom Umbaustandard und vom einzelnen Luftfahrzeug ab und werden gegen das Load Sheet des Betreibers bestätigt.
02

Bodenlast: Linienlast und Punktlast

Ein Hauptdeckboden kennt zwei Grenzen. Die Linienlast ist die Masse je Meter in Rumpfrichtung, die Punktlast der Druck einer einzelnen Auflagefläche. Ein kompaktes schweres Stück kann beide verletzen, während es weit unter der Nutzlastgrenze liegt.

Abhilfe schafft ein Lastverteilsystem aus Stahlträgern, Holzunterbau und Verteilerplatten. Die Auslegung gehört in die Planungsphase, weil sie Versandmaß und Eigengewicht verändert.

Linienlast
Masse je Meter entlang des Rumpfes. Lange Träger sind die übliche Antwort.
Punktlast
Druck je Auflagefläche. Gelöst durch Verteilerplatten und Unterbau.
Zurrung
Rückhaltung wird je Achse in g berechnet und im Ladeplan dokumentiert.
Schwerpunkt
Am Stück markiert, damit der Loadmaster gegen die Trimmgrenzen laden kann.
03

Bodenausrüstung gehört zur Flugzeugwahl

Ein Frachter, der das Stück tragen kann, nützt nichts an einer Station ohne ausreichend tragfähigen Hauptdecklader. Lader haben eine Plattformgrenze, Übergroßfracht verlangt häufig Kran, Rampenflugzeug oder selbstfahrende Transporter.

Die Disposition prüft beide Flughäfen, bevor sie ein Muster nennt. Fehlt am Ursprung die Hauptdeckabfertigung, wechselt die Mission auf eine nahe Frachtstation und ein Schwertransport auf der Straße wird mit eigenen Genehmigungen eingeplant.

04

Rampenflugzeuge und rollende Ladung

Rad- und Kettenfahrzeuge werden über Heck- oder Bugrampe aus eigener Kraft oder per Winde geladen. Das erspart Kran und Demontage und verkürzt die Standzeit, was bei Projektladung oft den Ausschlag gibt.

Rampenfähige Frachter sind eine kleine Weltflotte. Ihre Verfügbarkeit bestimmt die Vorlaufzeit stärker als der Preis, und Anfragen mit früh benanntem Bereitstellungsfenster erhalten sie zuerst.

05

Was die Disposition für ein Angebot braucht

Stückliste
Länge, Breite, Höhe und Gewicht je Position, größtes Stück zuerst.
Schwerpunkt
Lage und Anschlagpunkte für das Heben.
Verpackungszustand
Kiste, Kufe, Ladungsträger oder unverpackt mit Demontageoption.
Bodenfähigkeit
Kran, Ladertragfähigkeit und Zufahrt an beiden Stationen.
Termine
Bereitstellung, Zeitfenster und fixer Montagetermin am Ziel.
Häufige Fragen
Was gilt als Übergroßfracht in der Luftfracht?+

Jedes Stück, das Türöffnung, Hauptdeckkontur oder Bodenbelastungsgrenze eines Standardfrachters überschreitet. Gewicht allein macht Fracht nicht übergroß, die Geometrie in der Regel schon.

Wie schwer darf ein Einzelstück maximal sein?+

Einzelstücke über 100 Tonnen sind auf Rampenflugzeugen wie der An-124 geflogen. Praktisch entscheiden Ladungsträger, Bodenlast und die Bodenausrüstung an beiden Flughäfen, nicht eine Schlagzeilenzahl.

Muss die Maschine demontiert werden?+

Nicht zwingend. Demontage erweitert die Musterauswahl und senkt die Kosten, kostet aber Montagezeit und bringt Risiko. Die Abwägung erfolgt über Gesamtkosten und Gesamtdauer, bevor ein Muster festgelegt wird.

Wie früh sollte eine Schwerlastcharter angefragt werden?+

Rampen- und Nasenlader sind eine kleine Flotte. Zwei bis vier Wochen Vorlauf sichern ein belastbares Anbieterfeld, dringende Missionen bleiben gegen Positionierungsaufschlag möglich.

Wer erstellt Ladungsträger und Ladeplan?+

Den Ladeplan gibt der Loadmaster des Betreibers heraus. Träger und Unterbau werden vom Verlader oder einem Spezialisten ausgelegt und gegen die Betreibergrenzen geprüft, bevor das Flugzeug fest gebucht wird.

Mehr Antworten im FAQ-Hub mit über 50 Fragen.

Stückliste senden, Musterauswahl erhalten

Maße, Gewicht und Schwerpunkt des größten Stücks genügen für eine erste Machbarkeitsaussage mit benannten Mustern und Verlademethode.

Frachtflugzeug wird vor dem Abflug auf dem Vorfeld beladen

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